Egon Erwin Kisch
Der Rasende Reporter im Spanischen Bürgerkrieg
Der noch heute als »rasender Reporter« bekannte Journalist und Schriftsteller Egon Erwin Kisch engagierte sich früh gegen den Faschismus. Nachdem er von den Nationalsozialisten aus Deutschland ausgewiesen worden war, reiste er 1937 nach Spanien, um am II. Internationalen Schriftstellerkongress teilzunehmen. Beeindruckt vom Widerstandskampf der Spanischen Republik blieb er im Land, um über die Internationalen Brigaden und den Bürgerkrieg zu berichten.
Er besuchte Frontabschnitte, interviewte Soldaten, schrieb Briefe in seine Heimat und wurde in Texten von Weggefährten wie Theodor Balk, Willi Bredel und Pablo Neruda als Protagonist des Bürgerkriegs verewigt.
Die umfassendste Sammlung von Kischs spanischen Reportagen und Texten, die seine Bedeutung als Kriegskorrespondent und Chronist hervorheben.
Mit einem Nachwort von Georg Pichler.
Don Kischote im Spanischen Krieg
Egon Erwin Kisch schrieb als Augenzeuge des Krieges zwischen Juni 1937 und April 1938 über das republikanische Spanien. Eine Chronik
Ein Brief aus Spanien. Vom Schauplatz. Zu schreiben hätte ich so viel, daß ich – o dialektischer Gegensatz – gar nichts schreiben kann. So viel Eindrücke, daß das Gehirn zu bersten droht.« So schrieb Egon Erwin Kisch an seine Prager Freundin Jarmila Haasová am 6. Juni 1937, mitten aus dem Spanischen Bürgerkrieg, wenige Tage nach seiner Ankunft in Valencia, beeindruckt vom überbordenden Leben in der Stadt, die wegen der Belagerung Madrids durch franquistische Truppen seit November 1936 der Sitz der republikanischen Regierung war.
von Georg Pichler Junge Welt 18.04.2026
Pressestimmen
»Den Reiz dieses Buchs macht wieder das ganz Persönliche aus, Kischs Briefe nach Hause und die Texte von Zeitgenoss/innen über ihn. Da schreibt z. B. ein katalanischer Schriftsteller über Kisch, dass er kein Journalist sei, aber vor allem Reportagen schreibe, ›mit seinem lebendigen scharf ironischen Stil, ohne sich von Spitzfindigkeiten oder Oberflächlichem beirren zu lassen.‹« – Konrad Holzer, Buchkultur
»Kisch hat mit seinen Texten schon damals den Europäern (die lieber wegsahen und -hörten) Ohren und Augen geöffnet, was Faschismus in Politik und Alltag bedeuten und welche Folgen er haben kann. Die Berichte und Briefe von Kisch und über ihn lassen sich alle heute noch sehr gut lesen – nicht nur von historisch und literarisch Interessierten oder journalistisch Ambitionierten, sondern von allen, die sich ernsthaft mit dem Phänomen auseinandersetzen und nach Antworten suchen, wie man mit Faschisten und dem Faschismus am besten umgehen kann.« – Ralf Höller, Rezensionen.ch
Autoreninfos
Herausgegeben von
Joachim Gatterer ist Gymnasiallehrer und Lehrbeauftragter an der Universität Innsbruck. Er forscht zur Sozial- und Kulturgeschichte der Arbeiterbewegung. 2012 gab er eine kommentierte Neuausgabe von Egon Erwin Kischs Reportage »Die drei Kühe. Eine Bauerngeschichte zwischen Tirol und Spanien« (Edition Raetia) heraus.