Lebt die Menschheit am Ende des 21. Jahrhunderts im Garten Eden oder in einer verseuchten Ruinenlandschaft? Beides ist denkbar und möglich. Unsere Hoffnung besteht darin, dass wir die Richtung noch beeinflussen können. Hilfreich dabei ist der Abschied vom Maulwurfshügel, ein globaler und historisch weiter Blick - zumindest auf die letzten 5.000 Jahre, die letzten 250 und die nächsten 100 Jahre.
Arbeit (Thema)
Kriege brechen aus, Demokratien geraten ins Wanken, Tech-Giganten übernehmen kritische Infrastruktur und die Grenzen zwischen Wirtschaft und Militär lösen sich auf - die globale Ordnung bröckelt sichtbar.
Inmitten dieser tektonischen Verschiebungen setzen Sandro Mezzadra und Brett Neilson mit »Der Rest und der Westen« ein radikales Denkzeichen. Es ist eine präzise und provokante Analyse der aktuellen Weltlage. Die Autoren zeigen, wie sich globale Machtverhältnisse im Kontext von Krieg, Krise und wirtschaftlicher Transformation verschieben - und wie sich dabei neue Formen des Imperialismus herausbilden. Sie sezieren die Illusion eines souveränen Westens und zeigen: Der neue Imperialismus operiert smart, dezentral - und global.
»Design Thinking« gilt als universell anwendbares Problemlösungskonzept. Durch ein emphatisches Vorgehen sollen Waren und Dienstleistungen entstehen, die wahre Bedürfnisse stillen. Damit ist das Selbstverständnis verbunden, die Welt zu verändern.
Tim Seitz war als Ethnograph in der Welt einer Berliner Innovationsagentur, wo er mit Wissenspraktiken und Transformationsversprechen gleichermaßen konfrontiert wurde. Er analysiert das Verhältnis dieser Praktiken und Diskurse und kommt in einer theoretischen Suchbewegung von der Praxistheorie zum Pragmatismus. »Design Thinking« wird so als Phänomen der Gegenwart und als Kind des neuen Geistes des Kapitalismus verstehbar.
Auch wenn immer mehr Aufgaben von Maschinen und künstlicher Intelligenz übernommen werden, bleibt der Mensch der zentrale Bestandteil der Arbeitswelt. Insbesondere für Wissensarbeiter wird die Wahl des Arbeitsplatzes zunehmend davon abhängen, wo sie ihre Fähigkeiten optimal einbringen, Sinn in ihrer Tätigkeit finden und ihr Arbeitsumfeld positiv erleben. Wo die Zukunft wächst beschäftigt sich mit diesem Wandel und der Frage, wie Arbeitsumgebungen künftig gestaltet sein sollten.
Was ist die Zukunft der Arbeitskämpfe? Wie die Science-Fiction unsere Vorstellungskraft beflügelt und uns auf den technologischen Wandel vorbereitet.
Science Fiction erfindet faszinierende Zukünfte - sie prägt aber auch die Gegenwart, nicht zuletzt durch technische Inspiration und popkulturelle Sozialisation. Was wir von der Zukunft erwarten und befürchten, das haben wir oft vorher in Science-Fiction-Geschichten gelesen oder gesehen. Dies trifft auch auf die Arbeitswelt zu: Welche technologischen Wandlungen werden uns betreffen? Welche Arbeitskämpfe stehen uns bevor? Und sind Roboter unsere Konkurrenten?
Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Entwicklungen haben eine neue Normalität in der Arbeitswelt entstehen lassen. Diese neue Normalität beinhaltet unter anderem sieben Trilogien, die auch als die 7x3er-Regel bezeichnet werden.
Das Buch greift zentrale Aspekte dieser sieben Trilogien auf und erläutert sie anhand praktischer Beispiele, aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse und Studien sowie Experteneinschätzungen. Dabei behalten die Herausgeberinnen und Autor_innen stets den Bezug zur betrieblichen Personalpolitik im Fokus und geben praxisorientierte Empfehlungen und Handlungshinweise.
Wie eine neue Ethik der Reformation - eher eine der Calvinisten und Puritaner als der Lutheraner - ein Gewinnstreben hervorgebracht hat, das nicht nur sämtliche Vorstellungen von Arbeit revolutionierte, sondern den Kapitalismus, in dem wir heute gefangen erscheinen, erst ermöglichte - dies ist das Thema von Max Webers berühmtester Schrift.
Wer füttert die Maschinen?
Wie KI entsteht. - Spannend wie ein Thriller
KI ist keine bunte Wolke, die frei durch den Äther schwebt. Wer nur staunt, wie schnell die Programme lernen, lässt sich täuschen: Denn die KI erschafft sich nicht selbst - ihre Entwicklung beruht zum großen Teil auf prekärer Arbeit.
Stärkung von Gewerkschaften und Mitbestimmung? Sozialökologische Veränderungen? Gut ausgestattete Bildungspolitik? Entschuldung notleidender Kommunen?
»Man hätte sich gewünscht«, so Heinz-J. Bontrup im Frühjahr 2025 über die Vorhaben der Regierung Merz/Klingbeil, »dass nicht die Ärmsten sanktioniert werden, sondern die Vermögenden«. Doch von ihrem »erbeuteten Mehrwert« müssen »die Reichen nichts zurückgeben«. Damit bestätigen sich die Befunde Bontrups aus über dreißig Jahren: Empirisch belegt, warnte er in mehr als 300 Artikeln, Essays und Interviews, von denen dieser Band eine Auswahl versammelt, vor wirtschaftspolitischen Irrlehren.
Das Thema hat Konjunktur. Spätestens seit Chatbots wie ChatGPT und Bildgeneratoren wie Midjourney oder DALL-E die ebenso faszinierenden wie bedrohlichen Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz eindrucksvoll demonstrieren, ist die »KI-Revolution« (Der Spiegel) in aller Munde. Die KI-Zukunft hat indes längst begonnen. Umstritten ist allerdings die Frage, ob die weitere Entwicklung von KI-Systemen eher die Rettung der Welt einleiten oder ob »eine möglicherweise entstehende Superintelligenz die Menschheit vernichten wird« (Die Zeit) - aber alle sind sich einig: Künstliche Intelligenz ist die bedeutendste Technologie unserer Zeit, und sie wird unsere Zukunft bestimmen.