1:29:20

PFAS, die „Ewigkeitschemikalien“, sind ein globales Umwelt- und Gesundheitsrisiko – doch die Industrie leugnet die Gefahr. Die Substanzen stecken in beschichteten Pfannen, Outdoor-Bekleidung und Feuerlöschschaum. Sie sind krebserregend, reichern sich in der Umwelt an und belasten den menschlichen Körper. Der Dokumentarfilm zeigt Betroffene und Aktivisten, die für ein Verbot kämpfen.

Sie stecken in beschichteten Pfannen, wasserdichter Kleidung und Feuerlöschschaum – und mittlerweile in unserem Blut, im Trinkwasser und in der Luft: PFAS (per- und polyfluorierte Chemikalien/ʺper- and polyfluoroalkyl substancesʺ), die sogenannten Ewigkeitschemikalien. Was einst als technischer Fortschritt gefeiert wurde, entpuppt sich heute als eine der größten Umwelt- und Gesundheitsbedrohungen unserer Zeit. Einige dieser Substanzen gelten als krebserregend, andere stehen im Verdacht, das Hormonsystem zu stören oder das Immunsystem zu schwächen.
Der Dokumentarfilm begleitet Betroffene, Wissenschaftlerinnen und Aktivisten, die gegen diese unsichtbare Verseuchung kämpfen. In Italien wurden 2025 mehrere Manager eines PFAS-Zulieferers in einem aufsehenerregenden Prozess zu langen Haftstrafen verurteilt. Im südfranzösischen Salindres schloss der Chemiekonzern Solvay offiziell aus wirtschaftlichen Gründen sein Werk – doch Anwohner und ehemalige Mitarbeiter berichten von massiver Boden- und Grundwasserverschmutzung. In Baden-Württemberg hat die Stadt Rastatt die Wasserpreise erhöht, um teure Reinigungsverfahren zu finanzieren, und überwacht die Landwirtschaft streng, um weitere Kontaminationen zu verhindern.
Während in den USA seit Jahrzehnten juristisch gegen PFAS-Hersteller vorgegangen wird, hinkt Europa hinterher. Doch Bürgerinitiativen, kommunale Maßnahmen und neue Forschungsergebnisse erhöhen den Druck auf Politik und Industrie. Erste gesetzliche Schritte und strafrechtliche Konsequenzen lassen hoffen, dass besonders problematische PFAS bald verboten werden.
Doch selbst wenn die Produktion gestoppt wird: Die bereits freigesetzten Chemikalien belasten Böden, Gewässer und Lebewesen noch für Jahrhunderte – eine unbequeme Wahrheit, die der Film nicht verschweigt.

25:55

Über Jahrhunderte war Sklaverei eine zentrale Säule der Weltwirtschaft. Während sich Europa „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ auf die Fahnen schrieb, versklavten die Kolonialmächte auf der anderen Seite des Atlantiks Millionen Menschen auf Plantagen.Wurde Sklaverei wirklich wegen moralischer Bedenken beendet – oder brach das System erst zusammen, als es ökonomisch an Grenzen stieß?

27:50

Fitter, glücklicher, produktiver: Selbst Pop-Legenden und Politikerinnen präsentieren mittlerweile ihre Morgenroutinen als Ideal für ein gesundes und glückliches Leben in den sozialen Medien. Es scheint, als würden alle nur noch nach Perfektion streben. Doch macht die ständige Selbstoptimierung unser Leben wirklich besser? Was verlieren wir, auf der Suche nach dem perfekten Ich?

Immer mehr Menschen in den westlichen Industrieländern haben das Gefühl, nicht gut genug zu sein und ständig mehr leisten zu müssen. Zu diesem Schluss kommen die britischen Psychologen Thomas Curran und Andrew Hill. In der bisher größten Studie zum Thema von 2019 zeigen sie: Der Perfektionismus nimmt zu, und vor allem junge Menschen leiden darunter. Haben wir uns in eine Perfektionismus-Falle manövriert?
Dabei ist Perfektionismus kein rein modernes Phänomen. Schon in der Antike beschreibt es das Streben nach einem besseren Leben, erklärt die Philosophin Christine Bratu. Doch im Zuge der Aufklärung und durch moderne Produktionsbedingungen verschiebt sich der Fokus: Vom Streben nach einem gesellschaftlichen Ideal hin zur rastlosen Selbstoptimierung. Wer nicht abgehängt werden will, macht mit. Und das hat Folgen – für unsere Psyche und unsere Gemeinschaften.
Professorin Benigna Gerisch von der International Psychoanalytic University Berlin und der Soziologe Ulrich Bröckling beobachten: Im Bemühen, jeden Aspekt unseres Lebens zu optimieren, entfernen wir uns paradoxerweise von dem, was wir eigentlich erreichen wollen: ein erfülltes, glückliches Leben.

Dokumentationsreihe (D 2025, 28 Min)

12:38

Video verfügbar bis zum 22/10/2032

Das Marokko unter König Mohammed VI. hat große Pläne: Es will sich als Pol der Moderne, Brücke zwischen Europa und Afrika sowie als unumgänglicher wirtschaftlicher und diplomatischer Player auf dem afrikanischen Kontinent aufstellen.

Marokko als Brücke zwischen Europa und Afrika sowie als unumgänglicher wirtschaftlicher und diplomatischer Player - dieses Ziel bedienen Infrastruktur-Großprojekte ebenso wie die Ausrichtung der Männer-Fußball-WM 2030.
Marokko, das 1956 die Unabhängigkeit von Frankreich und Spanien erlangte, hat eine Priorität auf dem internationalen Parkett: Die Westsahara soll als marokkanisches Staatsgebiet anerkannt werden. Seit mehr als 70 Jahren richtet das Land seine diplomatischen Beziehungen darauf aus. Nachdem Marokko jahrelang nur den Westen umgarnte, will es jetzt seine Allianzen diversifizieren und insbesondere für andere Staaten des afrikanischen Kontinents attraktiv werden.


 

25:58

Die Zukunft sieht eher düster aus. Kriege, Naturkatastrophen, Epi- und Pandemien, Gesellschaften, die auseinanderbrechen. Das ist bereits jetzt Realität. Und wenn wir ins Kino gehen, Serien schauen oder Science-Fiction lesen, wird das nicht besser. Zombie-Apokalypsen schlurfen über den Bildschirm, intelligente Maschinen machen die Menschheit platt und Naturkatastrophen katapultieren uns in die Vorzeit. Die Zukunft ist ein gewalttätiger, finsterer, höllischer Ort. Eigentlich sollte man ja meinen, dass wenn die Realität schon so bedrohlich erscheint, uns dann unsere Fantasie in der Zukunft einen heilen Ort schafft. Dass wir uns positive Utopien ausdenken wie Thomas Morus mit seinem "Utopia" im 16. Jahrhundert. Das war damals ja auch keine kuschelige Zeit: Bauernaufstände, Seuchen, Dürrekatastrophen und der Achtzigjährige Krieg waren in vollem Gange. Also warum gelingt es uns nicht, wenigstens fiktional, positiv in die Zukunft zu blicken? Haben wir aufgegeben? Alle Hoffnung verloren? Oder sind wir einfach nach dem Zusammenbruch utopischer gesellschaftlicher Konzepte wie dem Kommunismus einfach misstrauischer geworden? Und wie müsste so eine moderne positive Zukunftsvision heute aussehen?

Unsere Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern:

  • Utopieforscherin Fátima Vieira und ihre Projekte an der Universität Porto
  • Cory Doctorow
  • Petra Schaper Rinkel,  Innovationsforscherin
  • Theresa Hanning, Science Fiction Autorin

Das Video stützt sich auch auf den Essay Super Position des Anthropologen und Publizisten David Graeber.

Video verfügbar bis zum 10/03/2027 

24:51

Bildung gilt heute als selbstverständliches Fundament einer demokratischen Gesellschaft. Dabei liegen ihre historischen Wurzeln meist in autoritären Strukturen. Unser Film zeigt, wie Herrschende - von Spartanern und Preußen bis hin zu kolonialen Mächten - Schulbildung systematisch nutzten, um ihren Untertanen Gehorsam und Disziplin einzubläuen.

1:31:13

Für die einen ist er ein Idol, für die anderen Staatsfeind Nr.1: Julian Assange stellte mit seinen Enthüllungen die Macht der USA infrage. Eine Dokumentation über den außergewöhnlichen Werdegang des WikiLeaks-Gründers.

Mit der Veröffentlichung Tausender geheimer Dokumente des US-Militärs und der US-Diplomatie im Jahr 2010 hat Julian Assange mit WikiLeaks die Welt in ein neues Informationszeitalter geführt. Plötzlich standen Wahrheit und Staatsgeheimnisse in westlichen Demokratien auf dem Prüfstand.
Für viele Journalisten und Journalistinnen, Aktivisten und Aktivistinnen wurde Assange damit zum Pionier, der neue Technologien nutzte, um Zensur und Repressalien zu entgehen. Für andere ist er jedoch bis heute Symbol einer Ultratransparenz, die vor allem Staaten und Konzerne fürchten.
Sieben Jahre lang suchte Assange Zuflucht in der ecuadorianischen Botschaft in London, fünf Jahre verbrachte er in einem britischen Hochsicherheitsgefängnis, während ihn die USA wegen Spionage anklagten – mit einer drohenden Strafe von 175 Jahren. Nach einem Deal mit der US-Justiz kam er im Sommer 2024 schließlich frei.

Der Journalist und Filmemacher Etienne Huver erzählt die weltweite Saga eines Quasi-Rockstars, der zum Außenseiter wurde – und fragt: Was bleibt in einer Welt des radikalen Wandels vom Kampf für die Wahrheit übrig?
 

1:32:39

Die Hoffnung auf eine gerechtere Gesellschaft führte 1970 zur Wahl des Sozialisten Salvador Allende zum Präsidenten Chiles. Was als Traum von einer besseren Zukunft begann, endete drei Jahre später in einem Militärputsch und dem Terror-Regime von General Pinochet. Der Dokumentarfilm von Patricio Guzman über den Beginn der Regierung Allende ist ein berührendes Zeitzeugnis.

13:29

Laut Angaben der UNICEF wird in Gaza alle zehn Minuten ein Kind getötet oder verletzt. Fast 15.000 Kinder starben danach seit Beginn des Krieges im Oktober 2023, zehntausende wurden verletzt, oft so schwer, dass ihnen Gliedmaßen amputiert werden mussten. Viele wurden zu Waisen und waren gezwungen, zu arbeiten oder zu betteln.

Unsere Reporter aus Gaza, die selbst jeden Tag um ihr Überleben und das ihrer Familien kämpfen, filmten den Alltag von drei Kindern in Deir Al-Balah im Zentrum von Gaza: Mohammed, 9 Jahre, überlebte einen Luftangriff; Jana, 15 Jahre, verlorbei einem israelischen Angriff ihre Hand; Hisham, 10 Jahre, verlor seinen Vater, er muss arbeiten, um seiner Mutter zu helfen, die sechs Geschwister zu ernähren. 
In Gaza wurden fast alle Schulen zerstört oder beschädigt. Einige dienen den Vertriebenen als Unterkünfte. Mehrere hundert Lehrer und Dozenten wurden getötet. Fast 650.000 Kinder haben keinen Zugang zu Bildung. Wie die drei Kinder, die unsere Reporter trafen, tragen alle Kinder in Gaza sichtbare und unsichtbare Wunden des Krieges.

30:17

Jedes vierte Kind in Berlin lebt in Armut. Ein sozialer Brennpunkt: der Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Jeder dritte Jugendliche hier hat keinen oder nur einen niedrigen Schulabschluss. Wer hier aufwächst, hat kaum Chancen sozial aufzusteigen. Und doch gibt es hier Menschen, die sich gegen die Perspektivlosigkeit erheben und um ihren Platz in der Gesellschaft kämpfen.

Pierre Hollberg kalkuliert zehn Euro am Tag für Lebensmittel ein. Das muss für sechs Personen reichen. Er lebt mit seiner schwerbehinderten Frau und vier Kindern auf knapp 90 Quadratmetern in einer Vier-Zimmer-Wohnung. Das Elternbett steht im Wohnzimmer. Platz für einen Esstisch gibt es nicht. Schwiegermutter Evi unterstützt die Großfamilie, wo sie nur kann. Alle zwei Wochen besorgt sie Lebensmittel von der Tafel.

Es gibt viele Gründe, arm zu werden. Krankheit, Arbeitslosigkeit, Trennung. Vor allem alleinstehende Mütter sind betroffen. Jessica Laue, dreifache Mutter aus Hellersdorf, war nach der Trennung vom Vater ihrer Kinder viele Jahre arbeitslos, trotz zweifacher Berufsausbildung. Seit Kurzem hat sie einen Vollzeitjob, verdient dabei allerdings weniger als das, was sie vorher an Bürgergeld bekommen hat. Dennoch ist ihr die Arbeit wichtig, um ihren Kindern ein gutes Vorbild zu sein. Sie möchte ihnen ein Leben in Armut ersparen.

Kindern aus Hellersdorf eine Chance geben, darum bemüht sich seit 30 Jahren die Arche, eine ausschließlich von Spenden finanzierte Hilfsorganisation. Pascal „Kalle“ Höhn war ein Arche-Kind. Nach einer belastenden Kindheit, schweren Gewaltausbrüchen als Teenager und zweieinhalb Jahren Jugendhaft macht er jetzt eine Ausbildung zum Sozialassistenten. In der Arche möchte er Jugendlichen helfen, nicht wie er selbst „falsch abzubiegen“. Armut hat viele Gesichter, und sie kann jeden treffen. Sie nimmt Menschen ihre Würde, raubt Erwachsenen Hoffnung und Kindern Perspektiven.