weltnetzTV (Medienpräsenz)

40:03

Personalproporze, Kontrollgremien und Inhalte – Wer sitzt wofür im Rundfunkrat der öffentlich rechtlichen Sender – Auswirkungen?, Maren Müller (Ständige Publikumskonferenz öffentlich-rechtliche Medien e.V.)

Verbände und Parteien sollen die Bevölkerung in den Rundfunkräten repräsentieren. Aber diese Repräsentation gelingt immer weniger. Wo bleibt das Publikum, wenn es um die Bestimmung der Inhalte der öffentlich rechtlichen Sender geht? Eine demokratische Medienlandschaft braucht Mitteln für mehr direkte Kontrolle seitens der Bevölkerung.

29:15

Die PR-Industrie spielte ab den 30er Jahren in Deutschland für die Legitimation von politischer Herrschaft eine immer größere Rolle. Heute nehmen riesige und mächtige PR-Konzerne Einfluss auf politische Prozesse und konstruieren beauftragte „Wirklichkeiten“. Prof. Dr. Jörg Becker referiert auf der IALANA Medientagung über das Vorgehen der PR-Industrie und wie diese in Deutschland „mitregiert“. 

21:51

Der Ausdruck „Alternative Fakten“ wurde 2017 zum Unwort des Jahres gewählt. „Alternative Fakten“ sei der verschleiernde und irreführende Ausdruck für den Versuch, Falschbehauptungen als legitimes Mittel der öffentlichen Auseinandersetzung salonfähig zu machen, so die Begründung der Jury aus Darmstadt. Nach Ekkehard Sieker (Journalist, u.a. Die Anstalt und Monitor) müsste dann aber vielmehr von „Lügen“ und nicht von „alternativen Fakten“ geredet werden. Ekkehard Sieker berichtet in seinem Referat auf der IALANA Medientagung von seiner täglichen Arbeit für die Kabarettsendung „Die Anstalt“ und den Umgang mit „alternativen Fakten“.

34:44

Als die Kabarettsendung „Die Anstalt“ das Konzept der Vernetzung von Alpha-Journalisten mit Thinktanks und politischen Eliten für eine Sendung verwendete, geriet die Arbeit des Diplom-Journalisten und Medienwissenschaftlers Dr. Uwe Krüger (Universität Leipzig) ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Josef Joffe reagierte mit einer Unterlassungsklage, die schlussendlich vor dem BGH scheiterte.
Auch heute noch ist der Schwerpunkt Krügers Forschung die Unabhängigkeit der Medien. Auf der Medientagung der IALANA referierte er zu dem Thema „Woran man Propaganda erkennt“. 

1:51:19

Friedenswinter, Montagsmahnwachen, Ramsteiner Appell - die Kriegsgefahren wachsen, was macht die Friedensbewegung?

Eine Veranstaltung mit den Referenten Reiner Braun, Geschäftsführer von IALANA, Pedram Shahyar, Redakteur bei KenFM, Moderation Andreas Wehr

Veranstaltung des Marx Engels Zentrum - Berlin
05.02.2016 Berlin

47:28

Wer führt Regie auf der medialen Bühne? Zur Inszenierungsleistung des Printjournalismus und zur inneren Pressefreiheit, Prof. Dr. Günther Rager (TU Dortmund).

25:35

Wer über publizistische Macht und unbegrenzte finanzielle Mittel verfügt, bestimmt weitgehend die relevanten politischen Entscheidungen und kann so seine Interessen durchsetzen. Albrecht Müller (Ministerialdirektor a.D., ehem. SPD-MdB, Herausgeber der NachDenkSeiten) erklärt in seinem Impulsreferat auf der IALANA Medientagung wie wichtige politische Entscheidungen in strategisch geplanten Kampagnen der Meinungsbeeinflussung vorbereitet und durchgeführt werden. Nur „wer nach kurzer oder längerer Übung erkannt hat, dass und wie wir Manipulationen und Kampagnen ausgesetzt sind, ist gefeit gegen diese Art von Fremdbestimmung“.

46:19

Zuckermann, Becker und Bejarano nehmen Stellung.

Antideutsche behaupten, die einzig richtige Lehre aus der Shoa, dem historisch singulären Großverbrechen der Deutschen an den Juden gezogen zu haben, indem sie die Ideologie und die Politik der israelischen Regierung bedingungslos unterstützen.

"Antideutsche" gibt es in allen politischen Lagern, viele bezeichnen sich als links. Der Schauspieler und Gewerkschafter Rolf Becker, der Soziologe und Psychoanalytiker Moshe Zuckermann und die Sängerin und Friedensaktivistin Esther Bejarano – ein überlebendes Mitglied des ´Mädchenorchesters` von Auschwitz – analysieren die ausgesprochenen und unausgesprochenen Beweggründe der "Antideutschen".

In letzter Zeit versuchen sie, Veranstaltungen mit Moshe Zuckermann, der sich für eine Verständigung mit den Palästinensern einsetzt, zu erschweren oder ganz zu verhindern.

30:35

Am 18. Oktober 2018 stellte Moshe Zuckermann in der Berliner URANIA sein neues Buch ´Der allgegenwärtige Antisemit oder Die Angst der Deutschen vor der Vergangenheit` vor. Im Anschluss konnte Sabine Kebir für Weltnetz TV ein Gespräch mit ihm führen. Es geht darin um den in den letzten Jahren um sich greifenden Missbrauch des Antisemitismusbegriffs, der Judenhass und Kritik an der Besatzungspolitik des ísraelischen Staates identifiziert. So wurde eine Ideologie hervorgebracht, mit der Menschen angegriffen werden, die antiimperialistische Positionen vertreten und Solidarität mit dem palästinensischen Volk manifestieren. Diese Angriffe machen auch vor israelischen Wissenschaftlern und Menschenrechtlern wie Zuckermann nicht Halt, der in etlichen deutschen Städten keine öffentlichen Räume für seine Vorträge mehr nutzen kann. Zur Sprache kommt auch, dass dieser grundfalsch verstandene Antisemitismusbegriff auch in einem sich als links definierendem Milieu, den Antideutschen, ausgebreitet hat. Zugleich gibt sich auch die rechte AfD seit einiger Zeit als Beschützerin der Juden in Deutschland und als Freundin Israels aus, was ausdrücklich die Besatzungspolitik einschließt. Dass diese Freundschaft vor allem auf gemeinsamem Hass auf Muslime beruht, wird daran deutlich, dass der Fraktionsvorsitzende der AfD im Thüringer Landtag, Björn Höcke, eine Wende „um 180 Grad“ in der deutschen Erinnerungskultur an die Shoa angemahnt hat.

Der Missbrauch und die Banalisierung, die der Begriff des Antisemitismus wie auch die Anrufung von Auschwitz erfahren haben, steht – das betont Zuckermann – im Widerspruch zu dem großen Beitrag der Juden für die Emanzipation der Völker und die Demokratie. Zu erinnern ist an Moses Mendelssohn, Heinrich Heine, Karl Marx, Albert Einstein, Theodor Adorno und so viele mehr.

Das Gespräch kommt schließlich auch auf die vom Höchsten Gericht Israels beschlossene, aber noch nicht vollzogene Räumung des Beduinendorfes Khan-al-Ahmar. Hier erläutert Zuckermann die schwieriger werdenden Perspektiven der Zwei-Staatenlösung und unter welchen Bedingungen eine Ein-Staaten-Lösung völkerrechtlich legitimiert werden könnte.